Fünf Schritte zu einem bienenfreundlichen Wien

Lasst uns den Tag der Erde gemeinsam mit Bienen feiern!

Am heutigen Earth Day feiert der blaue Planet sich selbst, und wir sind alle willkommen, daran teilzuhaben. In über 170 Ländern besinnen sich die Menschen auf ihren Platz auf der Erde, und welchen Einfluss sie auf die Entwicklung des Ökosystems nehmen wollen. Aus der Bewegung des Earth Day entstanden nicht nur internationale politische Konferenzen zum Thema Umweltschutz, sondern auch der Science March und abertausende regionale Projekte. Na, da mach ich mir zur Feier des Tages gleich mal ein Honigbrot aus eigener Produktion.

Heute dürfen wir WienerInnen stolz sein, dass sich mehr und mehr Menschen in den Städten zu einem ausgeglichenen und naturbezogenen Lebensstil hinbewegen. Um mehr über die Rolle des Menschen im Ökosystem zu lernen, entdecken viele Leute das Garteln (Urban Gardening) oder die Imkerei (Urban Beekeeping) für sich. Doch nicht jeder hat Zeit, Platz oder Lust, eigene Bienenvölker zu betreuen. Die gute Nachricht ist: Man braucht weder einen chlorophyll-grünen Daumen, noch tausende Bienen auf dem Balkon zu haben (auch wenn ich es auf jeden Fall empfehle!), um einen wertvollen Beitrag für ein umweltfreundliches Wien zu leisten. Hier liefere ich dir ein paar Tipps, wie du dem heutigen Feiertag mit einfachen Schritten alle Ehre bereitest. Eine tolle Möglichkeit ist, Bienen und anderen Insekten, und damit letztendlich uns selbst, ein möglichst ansprechendes und naturbelassenes Umfeld zu schaffen.

1. Pflanze bienenfreundliche Blumen

Blumen auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett sind toll für Nützlinge wie Bienen. Blühende Pflanzen sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern sparen den Bienen Zeit und Energie, Pollen und Nektar einzutragen. Demnächst könntest du Lavendel, Bienenkraut oder Rosmarin in die Blumenkiste pflanzen. Es gibt auch fertige Mischungen von Wildblumensamen! Eine besonders witzige, wenngleich nicht ganz legale Variante sind Seed Bombs mit einem aktivistischen Touch á la Guerilla Gardening. Einfach kaufen, in die Luft werfen und warten bis was tolles blüht! Falls ihr sowas schon probiert habt, freue ich mich, von euren Erfahrungen zu lesen!

2. Erfreue dich an dem Anblick einer Biene

Du musst keine Angst vor Bienen haben, denn sie sind an sich harmlose Wesen. Die Arbeiterinnen schwirren nicht herum, um dich zu stechen. Doch wenn du aus Angst mit den Händen um dich schlägst, nehmen sie dies als Bedrohung wahr. Mit ihren Facettenaugen sind Bienen auf Bewegung angewiesen, um einen Gegenstand klar wahrzunehmen. (Hast du schon mal gesehen, wie eine Biene die Blume umkreist, bevor sie sich setzt?) Stillhalten und in Ruhe beobachten lautet die Devise, denn je mehr du versuchst, die Biene zu verscheuchen, umso eher wird sie dich anvisieren.

3. Kaufe Bienenprodukte aus regionaler Produktion

Tu dir und deiner Gesundheit etwas Gutes und kaufe vom Imker deines Vertrauens, was dein Herz begehrt. Der Erwerb von Köstlichkeiten wie Propolis, Honig oder Met (am Besten bio) trägt dazu bei, die Kultur der Imkerei zu bestärken und ein Bewusstsein für die große Rolle der kleinen Wesen zu schaffen.

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4. Vermeide Insektizide

Kommerzielle Pestizide, Herbizide und künstlich hergestellte Düngemittel sind nicht nur schädlich für Bienen, sondern auch für dich. Sie belasten die Gesundheit, das Wasser und den Boden und sind der Hauptgrund für das Bienensterben, verursacht durch „Colony Collapse Disorder.“  Bei Obst, Gemüse und Getreide vom befreundeten Bauern oder mit Bio-Siegel drauf kannst du darauf vertrauen, dass diese Mittel nicht eingesetzt wurden, und niemand Schaden nimmt. Sollte des Geldbörserl für „Bio“ derzeit zu schmal sein, was ich ebenso nachvollziehen kann, gibt es die großartige Möglichkeit, mittels Foodsharing Lebensmittel, die sich  bereits am Markt befinden, zu verbrauchen und so die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

5. Stelle eine Bienentränke auf

Zur Herstellung des Honigs, dem Eigenbedarf und der Temperaturregelung in den eigenen vier Wänden verbraucht ein Bienenvolk 20-30l Wasser pro Jahr. Eine Do-It-Yourself Bienenbar kann man ganz leicht aufstellen und so die Bienen mit kurzen Transportwegen unterstützen. Wichtig ist dabei, dass die Bienen eine Möglichkeit haben, an das Wasser heranzukommen, ohne baden gehen zu müssen. Fülle Wasser in ein Tässchen, lege vertrocknetes Moos oder Stroh hinein, und die Bienen werden dir auf dem Balkon oder dem Fensterbrett einen friedlichen Besuch abstatten.

Die umweltbewusste Do-It-Yourself Bewegung berei­chert Mensch und Natur in der Stadt und gibt uns die Freiheit, auf menschliche und kreative Weise an der Gestaltung unserer Umwelt teilzuhaben. Lasst uns mit kleinen Schritten jeden Tag zum Earth Day machen!

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5 Steps toward a Bee-friendly Ecosystem in Vienna

Let’s Celebrate Earth Day together with Bees!

Today the blue planet is celebrating itself, and we are all welcome to take part. In over 170 countries, people are reflecting on their place in the world and on how they want to change the ecosystem. Thanks to the Earth Day, international conferences, the Science March and thousands of local projects evolved. I started this day of celebration with homemade honey bread

Vienna’s residents can be proud of their increasing turn to a more nature-realted and balanced way of life. As they are thriving to learn more about the role of human beings in an ecosystem, urbanists turn to gardening or beekeeping. However, one has to consider that some of us might not have the time, space or financial background to put their own bee hives on a terrace in order to contribute something valuable to a ecologically healthy Vienna. That’s why today I am presenting some ideas how to support insects (especially bees) with little effort, as they are a vital part of our environment. Following small but effective steps towards an attractive environment for all its inhabitants will honour this wonderful day.

1. Plant Bee-friendly Flowers

Just planting flowers in a window box will provide bees with forage. Flowers are no only aesthetically pleasing, but also save time and energy for bees to find pollen or nectar. Let rosemary and lavender grow on your balcony or window-sill, or choose the simple option of a ready-made mixture of wild flower seeds. Another really fun option are @seed bombs with their, in some way, activist touch just like guerilla gardening. Just buy them, throw them high up in the air, and wait to see something coming onto blossom! Have you tried such things? I’d be glad to read about your experience!

2. Enjoy every Encounter with a bee

You don’t have to be afraid of a bee because they are not out there to sting you. If you start fidgeting with your hands when a bee is around, it might get nervous too and sting you. With their compund eyes, bees need to move in order to see objects in front of them (just watch them buzzing around a flower before approaching it). The more you try to get rid of a bee by moving around, the more likely it will target you. The watchword is: Stay calm, relax and just observe the bee dancing around.

3. Buy Bee Products from a Local Beekeeper

For your own personal health, strive to buy local, raw honey. Purchasing propolis or mead, preferably organic, also contributes to apiculture and people’s awareness of the bee’s important role in our ecosystem.

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Setagaya Park, Vienna

4. Avoid Insecticides – Purchase Local and Organic Food

Commercial pesticides, herbicides and fertilizers are not just harmful to the bees, but also  to you and our soil and water supply, too. They burden the environment and thus are considered the main reason for Colony Collapse Disorder. If you buy fruits, vegetables and wheat from a local farmer or with an organic label, you can trust that these chemicals haven’t been used.  On a tight budget, there are amazing projects such as foodsharing, to make sure that already produced food will not be thrown away.

5. Put up a Watering Place

For honey production, personal need and the regulation of the temperature in the hive, a bee colony needs about 20-30 llitres (670 to 1000 ounces) of water per year. Everyone can make a DIY ‘Bee Bar ’ annd support the bees on their search for water. In order to prevent drowning, put some straw or dry moss into a cup full of water. The bees will stop by at your window or balcony and stay peaceful.

Humans and nature gain a lot from the ecologically friendly Do-It-Yourself Movement. It empowers us to participate in the creation of our environment in a creative way. let’s make every day to Earth Day by small  steps!