Wie ich zur Imkerei gefunden habe – Eine Reise in die Levante und zurück

Von Kindestagen an schaute ich meinem Großvater bei der Imkerei über die Schultern. Doch sah ich in der Bienenzucht niemals eine Leidenschaft, die sich intensivieren würde. Mein Blick auf die Imkerei veränderte sich hingegen, als ich 2016 kurzfristig beschloss, nach Betlehem zu gehen und meine bescheidenen Imkerkenntnisse im Palestine Museum of Natural History anzuwenden.

Im botanischen Garten gab es etwa sechs Völker, die wegen der zahlreichen Tränengrasangriffe und Proteste in unmittelbarer Nähe kaum Überlebenschancen hatten. Ich lernte über die überhandnehmenden Effekte chemischer Substanzen auf die Bienenwelt. Wir bauten unterschiedliche Fallen gegen die Hornissen, die das Leben der Bienen noch schwerer machten. Das Museumsteam unternahm regelmäßig Ausflüge, bei denen wir der Vielfalt des Ökosystems und seinen Bedrohungen auf den Grund gingen.

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Wespen vs Bienen – Trotz der schlechten Auflösung erkennt man die Größenordnung…

Durch eine geplante Ausstellung lernte ich über das kanaanitischen Gebiet Babb el Wad, wo die Apikultur auf eine über siebentausendjährige Tradition zurückgeht. Noch älter ist die Jagd nach dem Honig, bei der man mit Rauch die Bienen vertrieb und das gute Gold wegnahm. Derzeit gibt es im Westjordanland etwa 1000 Imker. Die italienische Honigbiene und eine hybride italienische Honigbiene sind in Israel und palästinensischen Gebieten am stärksten vertreten. Besonders die Stadt Jericho, unweit vom Toten Meer gilt als eines der beliebtesten Gebiete für die ganzjährige Imkerei. 250 Meter unter dem Meeresspiegel findet man ganzjährig warme Temperaturen vor.

Nach wie vor zieht der politische Konflikt vor Ort die Fauna und Flora großer Gebiete in Mitleidenschaft. Ich wusste, dass meine Zeit, die Bienenvölker zu stärken, sehr beschränkt war. Daher versuchte ich, dem Museum langfristig zu helfen, indem ich die alten Imkereibücher meines Großvaters von Deutsch ins Englische übersetzte und so für zukünftige Freiwillige zugänglich machte. Hier gewann ich zum ersten Mal einen fundierten Einblick in die Theorie der Bienenzucht.  Zurück in Österreich hatte ich also weit mehr Imkererfahrungen in der Tasche, als ich mir je erträumt hatte. Dabei war ich doch nur hingefahren, um als Politikwissenschaftlerin endlich mal zu verstehen, worum es im Nahostkonflikt eigentlich geht.

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Der botanische Garten ist ein großartiger Ort zur Bienenfotografie!

Mindestens so sehr wie die Auswirkungen politischer Kontroversen auf die palästinensische und israelische Bevölkerung aber interessierte mich, wie sich die Umwelt im Angesicht konfliktgeladener Zustände verändert. Eine Erkenntnis lag vor allem darin, dass Mensch, Tier und Flora eine unglaubliche Robustheit an den Tag legen können. Trotzdem liegt es im Sinne des ökologischen Gleichgewichts, die Erde und seine Bewohner nicht mehr als nötig herauszufordern.

Nun, zwei Reisen in palästinensische Gebiete und Israel später, lebe ich in Wien und erkenne: Meine Leidenschaft, die Imkerei, lag mein Leben lang vor mir. Sie wartete nur darauf, über Umwege von mir entdeckt zu werden. Wie man in Wien beobachten kann, entdecken immer mehr Menschen die Schönheit dieses Handwerks. Ich freue mich, meine Erfahrung mit der urbanen Imkerei – in der ich ebenso die Auswirkungen menschlichen Verhaltens auf die Bienen untersuche – im Projekt Wiener Bienen mit euch zu teilen.

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Apis Mellifera Ligustica – Die italienische Honigbiene

How I Discovered Beekeeping as my Passion – A Journey to the Levant and Back

Since I was little, beekeeping played a significant role in my life. I grew up with loads of honey, as my grandfather has his own beehives since many years. However, I never considered it as a hobby that would intensify one day. One day in 2016 my view on it changed when I spontaneously decided to travel to Bethlehem. Once there, I applied my modest beekeeping skills at the Palestine Museum of Natural History.

In their botanical garden, they kept around six hives that suffered from the  uncountable tear gas attacks and protests nearby. They hardly had any chance of survival. The negative effects of chemical substances on bees could be discovered first hand as we tried to fight the substances. We built hornet traps because they attacked the bees regularly. I got the chance to discover the diversity of the ecological system and its biggest threats during field trips with the PMNH team.

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Beekeeping in the  Botanical Garden

Due to a planned apiculture exhibition of the museum I learned about the former Canaanite Village Babb el Wad, where apiculture thrives since more than 7000 years. Hunting the honey by smoking out the bees is an even older harvesting method. Nowadays there are about 1000 beekeepers in the West Bank. In Israel and Palestinian territories, the Apis mellifera ligustica (Italian Honeybee) and a hybrid Italian species are the most common bees. Especially Jericho, close to the Dead Sea is seen as one of the most popular beekeeping areas for year-round apiculture. 250 metres below sea level, bees thrive in warm temperatures all year.

Still, the ongoing political conflict affects the fauna and flora in large areas. However, I understood that my time at the museum was very limited. Thus I tried to give something that lasts and helps future volunteers, by translating my grandfather’s old apiculture books into English. This way I got a profound knowledge of beekeeping theory, even though in the first place I actually got there to understand the middle east conflict as a political science student!

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Getting to Know People from all Walks of Life

Just as much as I wanted to learn how  Palestinian and Israeli people cope with the conflict, I was interested in the role of the environment in such situations. One of my most significant findings was that humans, animals and plants basically cope with external changes pretty well. However, in the spirit of ecological balance and reciprocal respect, there is a limit that shall be respected, and we should never challenge our planet and its inhabitants more than necessary.

Today, after two visits to Bethlehem and to Israel, I live in Vienna and suddenly I see: All of my life, beekeeping was right in front of me. It is a passion that just waited to be discovered, and I am confident that many more will see the beauty of this craft. I feel very glad to share with you my findings of urban beekeeping – in which I also study the response of bees on human behaviour in my project Wiener Bienen.